13. April 2006

Ist Programmieren langweilig (oder gar überflüssig)?

Ist Programmieren langweilig?Programmieren ist eintönig! Zu diesem Schluss kam der neue Rektor der Universität Klagenfurt während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Konferenz Modellierung 2006, der Programmieren laut ZDNet als "eintönig und wenig kreativ" bezeichnet.

Informatik-Experten würden sich in Zukunft immer mehr dem Beschreiben von Software in einem Modell widmen. Der Rest, das Umsetzen von Modellen in Software, werde in Kürze nur noch von Computern erledigt. Ich befürchte aber, dass bei weitem nicht alle Programmierer die Einschätzung von Prof. Heinrich Mayr teilen und selbst Programmieren in Assembler für die spannendste Sache der Welt halten.

Perl-Hacker wie Larry Wall schätzen das Software Engineering schließlich auf ihre eigene Art ein: "Im Bestreben das Programmieren zu einer zuverlässigen Disziplin zu machen, haben die Informatiker weitgehend erreicht, dass das Programmieren langweilig geworden ist".

Sollten Entwickler irgendwann tatsächlich weniger oder weniger eintönig programmieren, entsteht immerhin die Chance, dass sich Entwickler stärker mit dem Design von Software auseinander setzen können.

Kommentare

020200 schrieb:

Hmm, wie hat er denn das begründet?

14. April 2006 um 00:53
Christian schrieb:

Laut ZDNet so: "Alle Konzepte, die ein Programmierer in Software umsetzt, kann auch ein Computer in Software umsetzen".

Mayr schließt daraus, dass Programmieren von Menschenhand dann überflüssig ist. Es sieht wohl so aus, dass er "überflüssig" und "eintönig" verwechselt...

15. April 2006 um 15:21
020200 schrieb:

Haha. Ja, ein Computer kann ja viele Dinge, die auch Menschen können. Aber sind die deswegen gleich langweilig?

15. April 2006 um 18:15
Christian schrieb:

Ich muss echt aufpassen, nicht mit Mayr verwechselt zu werden.. Jedenfalls weiß ich aus eigener Erfahrung, dass Programmieren selbstverständlich eine Menge Spaß machen kann und alles andere als langweilig sein *muss*.

Natürlich können Computer auch musizieren, aber da ziehe ich dann doch die menschliche Darbietung vor ;-)

Mayrs Aussage ist natürlich provokant und schon etwas respektlos gegenüber der Leistung vieler sehr fähiger Entwickler. Ich denke aber, dass man darüber diskutieren kann, welche Entwicklungsaufgaben man unbedingt selbst erledigen muss - auch wenn sie Spaß machen. Thomas Geis schildert in seinem Interview ja beispielsweise, dass Entwickler teilweise auch Interesse daran haben, Kunden bzw. Auftraggeber zu treffen, um deren Nutzungskontext zu verstehen oder grundlegende Anforderungen zu erfassen. Da kann es doch sehr sinnvoll sein, wenn Entwicklungszeit nicht nachgeholt, sondern eingespart werden kann.

15. April 2006 um 19:33
Joerg schrieb:

Vielleicht ist Mayrs Aussage von ZDNet aus dem Zusammenhang gerissen aber im Grunde finde ich die ziemlich Sinnlos.
Ob man eine Programmiersprache oder Modellierungssprache (wie z.B. die UML - Unified Modeling LANGUAGE) verwendet ist eigentlich egal - es bleibt ein kreativer Akt um ein Softwaresystem zu erstellen. Wenn man das "eintönig und wenig kreativ" findet wird es aber auch nicht mit steigender Abstraktionsebene besser. Eintönig ist es vielleicht wenn man immer das gleiche programmiert - also immer wieder eine Datenbank oder eine Shoppingplattform.
Für mich sieht das eher wie der Versuch eines Theoretikers aus - der selbst wahrscheinlich nie programmiert hat - das eigene Forschungsthema zu wichtig zu reden.
Natürlich ist Modellierung und die Modellgetriebene Softwareentwicklung eine wichtige Zukunftstechnologie - aber ich denke nicht das die Softwareentwicklung dadurch weniger "eintönig" oder kreativer wird.

15. April 2006 um 23:46
020200 schrieb:

Es ist wie die elektronische Musik. Da machen ja auch die Maschinen die "Arbeit" also das spielen von Noten. Aber hör die elektronische Musik aus den 90ern an. Da passierte etwas. Gerade audgrund der Automatisierung.

16. April 2006 um 01:40
Christian schrieb:

Yeah, an die Musik, die du meinst kann ich mich gut erinnern! Was damals "Techno" im musikalischen Bereich war, ist heute wohl "E-Learning" in der Weiterbildung. Aber irgendwie kann ich verstehen, wenn man sich auf neue Technologien stürzt. Noch kommt sie ja nicht auf uns zu... oder doch?!

16. April 2006 um 02:08
020200 schrieb:

Ich mag ja Patchen ganz gerne vvvv oder maxMSP oder puredata (einfach googlen). Da kommt man schnell zu Ergebnissen.

17. Mai 2006 um 12:16
Andreas Altwein schrieb:

Moin, stimmt schon, was die Herren da erzählen: Softwareentwicklung ist langweilig geworden. Siehe auch meine Gedanken dazu: http://www.andreas-altwein....

17. August 2013 um 08:15

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