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14. Februar 2007

Why Software Sucks

Von Microsoft offiziell zur "Software Legend" erklärt, leistet sich David S. Platt einen platten Titel für sein neues Buch. "Why Software Sucks" heißt es und ist 2006 im Addison-Wesley Verlag erschienen.

Why Software SucksNach Alan Coopers "The Inmates are running the Asylum" findet man nun einen ähnlich süffisanten Einblick hinter die Kulissen der Softwareentwicklung. David Platt will dabei aber die Perspektive der Benutzer einnehmen. Warum das so häufig nicht passiert und welche Folgen das haben kann, beschreibt er meist unterhaltsam, gelegentlich auch so ernst wie ein Oberstaatsanwalt:

"Software doesn't have to suck, and it shouldn't, but it does. One reason is that the programmers and architects and mangers who develop it don't understand their customers anywhere near as well as they should, as well as designers in other industries have been forced to. Their products suck not because developers don't know how to do this or that particular thing, but because they don't know which things to do. They're disconnected from their customers (some would call them victims) - the ones who pay their salaries - and they usually don't realize it. They often solve the wrong problem, adding features that no one cares about except themselves, harming all users in the process. If they understood who their users are, they'd make different, better choices." (S. 4)

Seine Aussagen sind nicht gerade brandneu. Auch sein Kapitel "Doing something about it" fällt so kurz aus, dass man den Untertitel "(Why Software Sucks) ...and what you can do about it" nicht allzu ernst nehmen kann. Trotzdem hält das Buch den einen oder anderen Kalauer aus dem Leben eines Programmieres bereit. Nach dem Motto: "Der User, das unbekannte Wesen". Interessierte Softwareentwickler sollten aber vor dem erhobenen Zeigefinger gewarnt sein. David Platt fühlt den "Geeks" auf den Zahn und konstatiert ihnen sieben typische Gewohnheiten ("Seven Habits of Geeks"). Am Buch vermisse ich insbesondere so etwas Ähnliches wie eine Struktur und ich frage mich, ob Herr Platt früher mal so programmiert hat.

Fazit: Für "Geeks" und solche, die es werden wollen lesenwert. Für "normale" Benutzer wohl eher (noch) zu frustrierend. Die Motivation des Autors und einen Großteil seiner Thesen kann man auch im IT-Conversations Podcast vernehmen.